• Anna Holitzner

„Das Leben hört nicht auf mit einer Absage. Es fängt erst richtig an.“ - Ein Erfahrungsbericht

Aktualisiert: 21. Aug 2019


In der Schauspielbranche hagelt es überdurchschnittlich oft Absagen. Als Schauspielerin muss sich Helena Klaus weitaus öfter Vorsprechen und Castings stellen als Bewerber Vorstellungsgesprächen für ein Angestelltenverhältnis. Wie sie mit ihrer Nervosität umgeht, was ihr Kraft gibt und welche Tipps sie bei Absagen für euch parat hat, lest ihr in ihrem Erfahrungsbericht.

Helena Klaus gab ihr Schauspieldebüt 2014 in Berlin. Sie arbeitete mit zahlreichen Regisseuren wie Emma Gersch (Moving Stories Theatre Company), Thomas Jahn (Knockin an der Tür des Himmels) und Anita Brokmeier (Die Mondschweine) zusammen. Ihre Aufführung von Svenja Romanova in Gudrun Gundelachs ´The könnte Ihre Tochter sein´ gewann die Beste Nebendarstellerin und Beste Nebendarstellerin der USA beim Christian Film Festival, Virginia. Sie hat bei internationalen Trainern wie Debbie Seymour, Greg Chwerchak und Polina Klimovitskaya trainiert und ihr Handwerk und verschiedene Techniken an Institutionen wie der London Academy of Music and Dramatic Art und den Michael Howard Studios in New York City studiert.


Erfahrungsbericht


Wer kennt es nicht? Du sitzt in einem Raum mit weißen Wänden und schwarzen Stühlen, weißt nicht, ob dir gerade kalt oder heiß ist und obwohl keiner dich mit einem Messer bedroht, fühlt es sich so an, als würdest du um dein Leben kämpfen, während du verzweifelt die Lücke im Lebenslauf erklärst. Am Ende verlässt du den Raum mit einer einzigen Frage im Kopf: „Soll ich doch lieber Medizin studieren und Ärztin werden?“

Als Schauspielerin sollte man meinen, man ist gegen Nervosität immun, aber das ist ein Trugschluss. Der einzige Unterschied zu anderen Berufen ist der, dass man öfter in Situationen ist, in denen der Körper auf Kampf-oder-Flucht-Reaktion umstellt.

Umso wichtiger ist es, einen klaren Kopf zu behalten. Realität ist, wir haben unsere Umstände nicht unter Kontrolle, aber wir können unsere Perspektive bestimmen. Das ist eines der wichtigsten Lehren aus den letzten Jahren voller Vorsprechen, Erfolgen und Niederlagen.

Meiner Erfahrung nach geht es bei einem Interview weitaus weniger darum, zu beweisen, was man kann, als zu zeigen, wer man ist. Der Mensch gegenüber hat dich nicht eingeladen, um deine Fehler zu finden, sondern um deinen Charakter kennenzulernen. Dieser Mensch sitzt den ganzen Tag in dem Raum, um den perfekten Kandidaten zu finden, was so viel bedeutet wie: Er/Sie will, dass Du der perfekte Kandidat bist.

Im Schauspiel spricht man oft von der Brave Choice. Dabei meint man, eine Performance zu geben, die im Gedächtnis bleibt. Ich dachte oft, dass das die Wahl sein muss, die am weitesten von mir weg ist, bis ein Caster zu mir mal gesagt: Helena, the brave choice is not to be someone else but to be yourself. (Die Brave Choice ist nicht jemand anderes zu sein, sondern du selbst.) Selbstvertrauen ist attraktiv, Arroganz ist abstoßend. Inzwischen weiß ich, wenn ich den Raum betrete, geht es nicht mehr darum, zu beweisen, sondern zu sein.

Ein weiterer Rat, der mir persönlich oft hilft, die richtige Perspektive zu behalten, ist der, dass es immer drei Interviews gibt: Das davor, das währenddessen und das danach.

  • Verbringe den Morgen nicht damit, zu grübeln, wie alles laufen wird.

  • Sei währenddessen im Raum mental präsent und nicht mit den Gedanken bei deinen Zweifeln.

  • Hab einen Plan für den Abend. Triff Freunde, geh ins Kino, hab Spaß.

Das Leben hört nicht auf mit einer Absage. Es fängt erst richtig an!“ - Helena Klaus



Schauspielerin Helena Klaus

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